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title: HEPA-Klassen nach ISO/EN: Der vollständige Experten-Guide
canonical: https://hepafilter.info/hepa-klassen-nach-iso-en-guide/
author: Redaktion
published: 2026-03-12
updated: 2026-03-12
language: de
category: HEPA-Klassen nach ISO/EN
description: HEPA-Klassen H13 & H14 nach ISO 29463 und EN 1822 verständlich erklärt: Normen, Prüfmethoden, Abscheidegrade und Anwendungsbereiche im Überblick.
source: Provimedia GmbH
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# HEPA-Klassen nach ISO/EN: Der vollständige Experten-Guide

> **Autor:** Redaktion | **Veröffentlicht:** 2026-03-12

**Zusammenfassung:** HEPA-Klassen H13 & H14 nach ISO 29463 und EN 1822 verständlich erklärt: Normen, Prüfmethoden, Abscheidegrade und Anwendungsbereiche im Überblick.

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Die Klassifizierung von HEPA-Filtern nach ISO 29463 und EN 1822 bildet das normative Rückgrat der modernen Reinraumtechnik, Medizintechnik und industriellen Luftreinigung – und wird in der Praxis häufig falsch angewendet oder mit veralteten Bezeichnungen vermischt. Seit der Überarbeitung der EN 1822 im Jahr 2019 und ihrer Harmonisierung mit der ISO 29463 gelten verbindliche Prüfmethoden, die auf dem MPPS-Wert (Most Penetrating Particle Size) basieren und die frühere Einteilung in H10 bis U17 präzisieren. Entscheidend ist dabei die Unterscheidung zwischen dem Abscheidegrad des Filtermediums und dem des eingebauten Filters, da Leckagen an Dichtungen und Rahmen die Gesamtleistung erheblich beeinflussen können. Wer Filter für pharmazeutische Produktion, Operationssäle oder Halbleiterfertigung auswählt, muss die jeweiligen Klassen H13, H14 und die ULPA-Klassen U15 bis U17 mit ihren spezifischen Abscheidegraden von 99,95 % bis 99,9995 % sicher zuordnen können. Die folgenden Abschnitte liefern eine normenkonforme Übersicht aller Filterklassen, erklären die zugrundeliegenden Prüfverfahren und zeigen, welche Klasse für welchen

## Normative Grundlagen: ISO 29463 und EN 1822 im systematischen Vergleich

Wer sich professionell mit Hochleistungsfiltern auseinandersetzt, stößt unweigerlich auf zwei normative Rahmenwerke, die parallel existieren, sich teilweise überschneiden und dennoch fundamental unterschiedliche Ansätze verfolgen: die internationale **ISO 29463** und die europäische **EN 1822**. Diese Koexistenz ist kein regulatorisches Versehen, sondern das Ergebnis jahrzehntelanger Normierungsarbeit aus unterschiedlichen Industrieperspektiven – und sie hat handfeste Konsequenzen für Planung, Beschaffung und Qualitätssicherung.

Die **EN 1822**, erstmals 1998 veröffentlicht und zuletzt 2019 grundlegend überarbeitet, war über zwei Jahrzehnte der de-facto-Standard in Europa. Sie definiert die Filterklassen E10 bis U17 auf Basis des sogenannten **MPPS-Prinzips** (Most Penetrating Particle Size), also jener Partikelgröße, die einen Filter am schlechtesten passieren lässt – typischerweise zwischen 0,12 und 0,25 Mikrometern. Dieser Ansatz ist physikalisch präzise, weil er den ungünstigsten Betriebspunkt adressiert und nicht durch günstigere Partikelgrößen ein verfälschtes Bild erzeugt. [Was die EN 1822 gerade für die Klasse H14 so anspruchsvoll macht](/hepa-filter-h14-en-1822-der-standard-fuer-hoechste-luftreinheit-erklaert/), liegt genau in dieser konsequenten MPPS-Methodik begründet.

### Strukturelle Unterschiede im Klassifizierungssystem

Die **ISO 29463**, veröffentlicht in fünf Teilen zwischen 2011 und 2018, verfolgt eine globale Harmonisierung. Sie übernimmt weitgehend die Methodik der EN 1822, schafft aber ein eigenständiges Klassensystem: **ISO 15E bis ISO 75U**, wobei die Zahl den prozentualen Abscheidegrad widerspiegelt. ISO 35H entspricht dabei näherungsweise H13 nach EN 1822, ISO 45H entspricht H14. Diese scheinbar kleine Umbenennung hat in der Praxis erhebliche Auswirkungen auf Ausschreibungen und internationale Lieferketten, weil Einkäufer und Planer die Äquivalenzen kennen müssen, um Filterangebote vergleichbar zu machen.

Ein wesentlicher technischer Unterschied liegt in der **Scanprüfung**: EN 1822 fordert ab Klasse H14 eine lückenlose Leckageprüfung des fertig konfektionierten Filters inklusive Dichtungen und Rahmen. ISO 29463 verlangt diese Scanprüfung bereits ab ISO 45H (entspricht H14) als verbindlichen Bestandteil der Typprüfung. In der Praxis bedeutet das, dass ein ISO-29463-konformes Filter nicht nur hinsichtlich des Filtermediums, sondern als komplettes Bauteil geprüft wird – ein Qualitätsanspruch, der in der Halbleiterindustrie oder in BSL-3-Laboratorien schlicht nicht verhandelbar ist.

### Prüfaerosole und Messverfahren

Beide Normen nutzen **DEHS** (Di-Ethyl-Hexyl-Sebacat) oder PAO (Poly-Alpha-Olefin) als Prüfaerosol, gemessen mit einem Partikelzähler oder Photometer. EN 1822 beschreibt das Prüfverfahren in Teil 3 detailliert mit vorgeschriebenen Prüfbedingungen bei Nennvolumenstrom ±10 %. ISO 29463 Teil 4 präzisiert die Anforderungen an Prüfeinrichtungen zusätzlich und legt Kalibrierstandards fest, die in europäischen Prüflabors bis 2015 nicht überall implementiert waren. [Wer die Klassen systematisch mit ihren jeweiligen Abscheidegraden vergleichen möchte](/hepa-filter-tabelle-alle-klassen-und-unterschiede-im-ueberblick/), sollte dabei immer auf die Prüfnorm achten, nach der ein Filter klassifiziert wurde.

Für die Beschaffungspraxis gilt: Projekte mit nationalen oder EU-weiten Ausschreibungen arbeiten typischerweise nach EN 1822, während Anlagen mit internationalem Zulieferernetzwerk – etwa in der Pharmaindustrie nach EU-GMP Annex 1 – zunehmend ISO 29463 als Referenz einfordern. Beide Normen schließen sich nicht aus; ein Filter kann konform zu beiden sein, sofern der Hersteller beide Prüfpfade durchläuft und dokumentiert.

## Klassifizierungsmatrix: Abscheidegrade, MPPS und Prüfmethoden nach Filterklasse

Die Einteilung von HEPA-Filtern folgt einer klaren Hierarchie, die auf messbaren Leistungsparametern basiert. Die EN 1822 definiert die Klassen E10 bis U17, wobei der für die Praxis relevante HEPA-Bereich bei H13 beginnt. Entscheidend für das Verständnis dieser Klassifizierung ist, dass nicht der Durchschnittswert über alle Partikelgrößen zählt, sondern ausschließlich die Abscheideleistung am kritischsten Punkt – dem sogenannten **Most Penetrating Particle Size (MPPS)**.

### Der MPPS-Effekt: Warum 0,1–0,3 µm die Schwachstelle jedes Filters sind

Filtermaterialien arbeiten mit mehreren physikalischen Mechanismen gleichzeitig: Sperreffekt, Trägheitsabscheidung und Diffusion. Sehr große Partikel (>1 µm) werden durch Trägheit und Sperreffekt zuverlässig abgefangen, sehr kleine Partikel (

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*Dieser Artikel wurde ursprünglich veröffentlicht auf [hepafilter.info](https://hepafilter.info/hepa-klassen-nach-iso-en-guide/)*
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